Apistogramma pulchra
KULLANDER, 1980
Apistogramma pulchra (m)
Männchen
Apistogramma pulchra (w)
Weibchen
weitere Bez. und Synonyme: Apistogramma sp. "Chingarno"
Etymologie: pulchra (lat., fem.) = schön, hübsch
Verbreitung: Typusfundort ist der Rio Preto de Candeias, südöstlich von Porto Velho, Madeira System, Dept. Rondonia, Südwestbrasilien. Weitere Formen dieser Art kommen aus dem Rio Aripuaná, dem Rio Branco und dem Rio Xingú.
Lebensraum: Mischwasser, Temperatur 24 - 28,3°C, Leitwert < 10 µS/cm, pH 4,3 - 6,5.
Die Art wurde in Schwarz- und Klarwasserbächen nachgewiesen, sowie in Mischwasserhabitaten aus diesen Gewässertypen. Feiner weißer Sand mit sich zersetzenden pflanzlichen Ablagerungen in Waldgebieten.
Größe:
8 cm
4 cm
Taxonomie: A. agassizii Linie, A. agassizii Gruppe, A. pulchra Komplex.
Vom Aussehen her, ähnelt A. pulchra sehr stark A. agassizii, hat jedoch stets eine runde Caudale, im Gegensatz zur lanzettförmigen bei A. agassizii.
Die Art ist stark polychromatisch, so treten z.B. innerhalb einer Population Tiere mit kräftig rot gesäumter Caudale auf, sowie Tiere, denen das Rot in der Caudale völlig fehlt.
Ähnliche Arten: Apistogramma agassizii; Apistogramma sp. 'Blauspiegel'; Apistogramma sp. 'Erdfresser'; Apistogramma sp. 'Abacaxis'
Aquarienhaltung: Temperatur 26 - 28°C, Leitwert < 200 µS/cm, pH 4,5 - 6,8, GH < 12 °dH. Innerartlich sehr aggressive Art. Das Becken sollte groß genug sein und struturiert eingerichtet sein, da insbesondere die Weibchen sonst stark unter den Attacken des Männchens leiden können. Am besten sind Feindfische einzusetzen, da das Männchen dem Weibchen sonst kaum Gelegenheit zur Brutpflege gibt.
Brutpflegekategorie: Versteck-/Höhlenbrüter
Zucht: Das Wasser sollte zur Zucht sauer sein. Aufgrund der starken Aggressivität kann es nötig sein, das Männchen nach dem Ablaichen zu entfernen.
Sonstiges: Römer (1998) und Mayland & Bork (1997) zeigen statt A. pulchra die unbeschriebene Art A. sp. 'Erdfresser' aus dem A. pertensis Komplex, die aus dem Purus-Einzug stammt und einen deutlich abgesetzten Schwanzwurzelfleck hat. Diese Zuordnung dürfte sicher falsch sein, zumal A. pulchra inzwischen mehrfach vom Typusfundort importiert wurde.
weitere Formen: Apistogramma cf. pulchra 'Rio Branco'
Ingo Koslowski [2002]: Die Buntbarsche Amerikas - Band 2: Apistogramma & Co.; 1. Auflage; Ulmer Verlag; ISBN: 3-8001-3820-4

Dr. Wolfgang Staeck [2003]: Cichliden Lexikon, Teil 3 - Südamerikanische Zwergbuntbarsche; 1. Auflage; Dähne Verlag; ISBN: 3-935175-13-2
Roland Kipper