Männchen
|
Weibchen
|
| Deutsche Bezeichnung: | Agassiz' Zwergbuntbarsch | ||||
| weitere Bez. und Synonyme: | Apistogramma parva, Ahl, 1931 (Das Typusmaterial von A. parva ist jedoch verschollen, die Zuordnung unsicher) | ||||
| Erstbeschreibung: | F. Steindachner [1875] - Beiträge zur Kenntnis der Chromiden des Amazonasstromes.; Sitzungsberichte der Akademie der Wissenschaften Wien 1 (Abth. 71)(1): 111 - 115 | ||||
| Erstimport: | entdeckt durch L. Agassiz (Thayer-Expedition), Erstimport 1909 durch Fa. Siggelkow, HH | ||||
| Etymologie: | Dedikationsname zu Ehren von Prof. Louis Agassiz, der die Art entdeckte | ||||
| Verbreitung: |
Brasilien, Peru. Art mit dem größten Verbreitungsgebiet. Entlang des gesamten Amazonas zu finden und in Klarwasserzuflüssen des Rio Ucayali. Die Formen aus weiter stromaufwärts in den Nebenfüssen gelegenen Regionen dürften vermutlich eher als eigenständige Arten betrachtet werden. (Tefé-Agassizii, Netz-Agassizii) |
||||
| Lebensraum: | Klar-/Weißwasser | ||||
| Größe: |
|
||||
| Taxonomie: |
A. agassizii Linie, A. agassizii Gruppe, A. agassizii Komplex. Die Art ist eng verwandt mit Ap. pulchra und A. gephyra. A. pulchra hat jedoch eine runde Caudale, während A. agassizii eine lanzettförmige hat. A. agassizii hat eine gerade und weit in die Dorsale verlaufende Seitenlinie. A. gephyra besitzt meist eine weniger lanzettförmige Caudale, eine weniger lang ausgezogene Rückenflosse und wirkt gedrungener im Habitus, es gibt aber auch gestrecktere Formen von A. gephyra, die sich kaum noch von A. agassizii unterscheiden. Daher ist die Unterscheidung der beiden Arten ohne Fundortangabe recht schwierig. A. gephyra besitzt stets einen roten Saum in der Dorsale, der jedoch auch bei A. agassizii auftreten kann. Ein charakteristisches, synapomorphes Merkmal ist das Aussehen des Längsbandes, insbesondere im Drohmuster. Bei A. agassizii ist es vom Auge bis kurz hinter den Kiemendeckel kräftig schwarz, dahinter folgen bis kurz vor dem Lateralfleck Schuppenreihen mit hellem Zentrum, die das Seitenband blasser aussehen lassen. Bei A. gephyra tritt dieser aufgehellte Bereich hinter dem Kiemendeckel niemals auf. Die kräftig schwarze Färbung reicht wesentlich weiter zur Körpermitte, erst kurz vor dem Lateralfleck bildet sich ein schmaler, heller Bereich. Dieses ist auch im weiblichen Geschlecht gut erkennbar. Da dieses Merkmal jedoch stimmungsabhängig ist, ist es eher zur Identifikation lebender Tiere geeignet, als anhand von Bildern. Römer gibt als Unterscheidungskriterium neben stets fehlenden Unterbauchstreifen bei A. gephyra die Färbung der Schwanzflosse an, die bei A. gephyra im Zentrum ein besonders deutlich ausgeprägtes Netz- und Fleckenmuster aufweist, während die Caudale bei A. agassizii stets einen deutlichen schwarzen und weißen Rand aufweist, gelegentlich auch gelbe oder rote Streifen. |
||||
| Kopfporen: | 3 Infraorbitalporen, 4 Dentalporen. | ||||
| Ähnliche Arten: | Apistogramma pulchra; Apistogramma gephyra; Apistogramma sp. 'Tefé' | ||||
| Aquarienhaltung: | Temperatur 25 - 28°C, pH 5,5 - 7,0, GH <8 °dH. Männchen können durchaus recht agressiv gegenüber Artgenossen und Weibchen werden. Verhältnismäßig großer Platzanspruch, die Art sollte nicht in zu kleinen Aquarien gepflegt werden. Ansonsten ist die Haltung, v.a. bei den versch. Zuchtformen problemlos. Weiches und leicht saures Wasser ist für Zuchtformen empfehlenswert, für Wildfänge jedoch unumgänglich. | ||||
| Brutpflegekategorie: | Versteck-/Höhlenbrüter | ||||
| Zucht: | relativ problemlos. bis zu 200 Eier. | ||||
| Sonstiges: | Die Art gehört zum Standardsortiment des Fachhandels und wird seit vielen Jahren in diversen Farbvarianten gezüchtet. Es gibt aber auch immer wieder sehr schöne Wildformen, die den Zuchtformen fablich kaum nachstehen. Es ist noch ungewiß, inwieweit man den vielen verschiedenen Formen von A. agassizii evtl. sogar einen eigenen Artstatus zuschreiben kann oder ob es sich um reinen, hochgradigen Polychromatismus handelt. |
| Quellen: |
Ingo Koslowski [2002]: Die Buntbarsche Amerikas - Band 2: Apistogramma & Co.; 1. Auflage; Ulmer Verlag; ISBN: 3-8001-3820-4 Dr. Uwe Römer [1998]: Mergus Cichlidenatlas Band 1; 1. Auflage; Mergus Verlag; ISBN: 3-88244-082-1 Dr. Wolfgang Staeck [2003]: Cichliden Lexikon, Teil 3 - Südamerikanische Zwergbuntbarsche; 1. Auflage; Dähne Verlag; ISBN: 3-935175-13-2 Horst Linke, Wolfgang Staeck [1997]: Amerikanische Cichliden I - Kleine Buntbarsche; 6. Auflage; Tetra Verlag; ISBN: 3-89356-153-6 |
| Foto(s): |
Roland Kipper (M) René Großklaus (W) |