Apistogramma panduro
RÖMER, 1997
Apistogramma panduro (m)
Männchen
Apistogramma panduro (w)
Weibchen
weitere Bez. und Synonyme: Apistogramma sp. "Pandurini"; Apistogramma sp. "Azur"; Apistogramma sp. "Blue-Sky"
Erstimport: 1996, Fachhandel
Etymologie: Dedikationsname zu Ehren des peruanischen Exporteurs J.V. Panduro Pinedo
Verbreitung: Die Erstbeschreibung dieser Art erfolgte anhand von Aquarienimporten (Herkunftsangabe unsicher) aus einem Bach im Rio Ucayali Einzug in Peru, östlich von Jenaro Herrera zwischen km 26 und 27 an der Strasse zur brasilianischen Grenze, Dept. Loreto, Peru. Ganz in der Nähe der Typuslokalität von A. nijsseni.
Die Art wurde von HEIN jedoch auch im Tahuayo-System gefangen.
Lebensraum: Schwarzwasser.
Falllaubschichten in beschatteten Waldbächen
Größe:
8 cm
5 cm
Taxonomie: A. trifasciata Linie, A. nijsseni Gruppe.
Das Erscheinungsbild dieser Art ist wie bei den meisten Vertretern dieser Artengruppe mit einer bläulichen Körperfärbung auf braunem Grund, einem gelben Kopfbereich, dicken Lippen und einer ungemusterten, rot gesäumten, runden Caudale, die aber oft nicht ganz so weit am Flossenrand verläuft, sondern weiter innen und die Caudale damit gelegentlich optisch leicht lanzettförmig erscheinen lässt.
Der Schwanzwurzelfleck dieser Art ist sehr groß, mit dem 7. Querband verbunden und dreieckig nach hinten spitz zulaufend bis tief in die Caudale hinein reichend. Darin unterscheidet sie sich sehr deutlich von allen anderen, ähnlichen Vertretern dieser Gruppe, ausgenommen dem Leierschwanz-Apistogramma, der neben anderen Unterschieden jedoch eine zweizipflige Schwanzflosse besitzt. Der Saum der Rückenflosse von A. panduro ist nicht so gerade wie bei A. nijsseni, besitzt jedoch auch nicht so stark verlängerte Membranen wie A. sp. Zwilling oder A. baenschi. Querbänder oder Unterkörperstriche zeigt diese Art nicht.
Das Brutpflegekleid der Weibchen ist bei all diesen ähnlichen Arten am klarsten voneinander zu unterscheiden, wenn es auch im Falle von A. panduro sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann. Weibchen von A. panduro haben ein variables, meist - zumindest unterhalb des Auges - ein weniger verbreitetes Wangenband und einen Lateralfleck, der oft schmal und hoch ist und sich bis in die Bauchregion herab ausdehnt und dort mitunter auch stark ausgedehnt ist. Er kann auch breiter und runder ausfallen, erstreckt sich jedoch in aller Regel weiter in de Bauchregion hinunter als bei A. nijsseni. A. panduro-Weibchen zeigen normalerweise keinen Caudalfleck im Brutpflegekleid, können aber außerhalb der Brutpflege durchaus gelegentlich einen ausgeprägt großen Caudalfleck wie bei den Männchen zeigen.
Weibchen von A. nijsseni haben einen stark vergrößerten, breiten, runden Lateralfleck und eine ausgedehnte schwarze Zone im Bereich des Wangenbandes und Kiemendeckels, die nahezu den gesamten Kiemdeckel umfasst. Das Zeichnungsmuster ist jedoch ebenfalls variabel und kann mitunter abweichen. Der Übergang zwischen A. nijsseni- und A. panduro-Weibchen scheint durch die große Variabilität beinahe fließend zu sein.
Bei A. baenschi zeigen die Weibchen ein unverkennbares Muster aus deutlichen Längsstreifen im Bereich der hinteren Querbänder (3-7).
Das Brutpflegekleid von A. sp. Oregon zeigt nur einen kleinen, runden Lateralfleck, sowie eine schwarze Zone am Kiemendeckel, unterhalb eines sehr schmalen Wangenbandes, der in eine zweite, größere schwarze Zone, die bis zum Ansatz der Bauchflossen reicht, übergeht. Hier ist auch der große Caudalfleck im Brutpflegekleid sichtbar, ebenso wie angedeutete Querbänder.
Auch weibliche A. sp. 'Zwilling' zeigen einen großen Caudalfleck und einen kleinen runden Lateralfleck, jedoch ein mehr oder minder schmaler ausgeprägtes Wangenband und keine schwarzen Bereiche im Brustbereich. und keine Querbänder.
Kopfporen: 3 Infraorbitalporen, 5 Dentalporen.
Ähnliche Arten: Apistogramma nijsseni; Apistogramma sp. 'Oregon'; Apistogramma baenschi; Apistogramma sp. 'Zwilling'; Apistogramma martini; Apistogramma pantalone
Aquarienhaltung: verhältnismässig starke innerartliche Agression
Brutpflegekategorie: Versteck-/Höhlenbrüter
Sonstiges: Angesichts der starken Variabilität, insbesondere des scheibar ineinander übergehenden Aussehens der Weibchen ist noch nicht endgültig und zweifelsfrei geklärt, ob A. nijsseni und A. panduro tatsächlich zwei eigenständige Arten ohne Übergangsformen darstellen. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass es so ist, jedoch sind streng genommen weitere Felduntersuchungen nötig, um dazu klare Erkenntnisse zu bekommen.
Ingo Koslowski [2002]: Die Buntbarsche Amerikas - Band 2: Apistogramma & Co.; 1. Auflage; Ulmer Verlag; ISBN: 3-8001-3820-4

Dr. Uwe Römer [1998]: Mergus Cichlidenatlas Band 1; 1. Auflage; Mergus Verlag; ISBN: 3-88244-082-1

Dr. Wolfgang Staeck [2003]: Cichliden Lexikon, Teil 3 - Südamerikanische Zwergbuntbarsche; 1. Auflage; Dähne Verlag; ISBN: 3-935175-13-2
Henner Bock (M)
Stephane Cousin (W)