Apistogramma nijsseni
KULLANDER, 1979
Apistogramma nijsseni (m)
Männchen
Apistogramma nijsseni (w)
Weibchen
Deutsche Bezeichnung: Panda-Zwergbuntbarsch
Erstimport: H. Linke et. al, 1983
Etymologie: Dedikationsname zu Ehren des niederländischen Ichthyologen Han Nijssen
Verbreitung: Rio Ucayali Einzug, Peru. Zuflüsse des Rio Copal und Rio Carahuayte. Die Erstbeschreibung erfolgte anhand ausschließlich weiblicher Tiere aus der Region östlich von Jenaro Herrera am Rio Ucayali.
Lebensraum: Schwarzwasser, Temperatur 25 - 28°C, Leitwert < 15 µS/cm, pH 5,0 - 5,6, GH < 1 °dH, KH < 1 °dH.
Linke / Staeck geben als Lebensraum eine dicke, lockere, fast schwarze Blattschicht und dazwischen befindliches Astwerk in ein bis zehn Meter breiten Schwarzwasserbächen an.
Größe:
8 cm
5 cm
Taxonomie: A. trifasciata Linie, A. nijsseni Gruppe.
Das Erscheinungsbild dieser Art ist wie bei den meisten Vertretern dieser Artengruppe mit einer bläulichen Körperfärbung auf braunem Grund, einem gelben Kopfbereich, dicken Lippen und einer ungemusterten, rot gesäumten, runden Caudale.
Der Schwanzwurzelfleck dieser Art ist klein und rund. Darin unterscheidet sie sich von anderen, ähnlichen Vertretern dieser Gruppe, wie A. panduro, A. sp. 'Zwilling' und A. sp. 'Oregon'. Lediglich A. baenschi besitzt einen ähnlichen Caudalfleck, diese Art lässt sich jedoch durch die stark verlängerten Dorsalmembranen und die deutlichen Querbänder leicht abgrenzen. Die Rückenflosse von A. nijsseni ist nicht ausgezipfelt und es sind, ebenso wie bei A. panduro, weder Querbänder, noch Unterkörperstriche erkennbar.
Das Brutpflegekleid der Weibchen ist bei all diesen ähnlichen Arten am klarsten voneinander zu unterscheiden. Weibchen von A. nijsseni haben einen stark vergrößerten, breiten, runden Lateralfleck bis in die Bauchregion und eine ausgedehnte schwarze Zone im Bereich des Wangenbandes und Kiemendeckels, der meist den geamten Kiemendeckel umfasst. Das Zeichnungsmuster ist jedoch variabel und kann mitunter abweichen. Bei agressiven Weibchen kann der große Lateralfleck fast verschwinden und grünlich glänzend erscheinen. Ebenso kann der meist sichtbare Schwanzwurzelfleck stimmungsbedingt verschwinden.
Weibchen von A. panduro haben ein variableres, meist ein - zumindest unterhalb des Auges - weniger verbreitetes Wangenband und einen Lateralfleck, der schmaler und höher ist, und sich oft tiefer bis in die Bauchregion hinab ausdehnt, wo er oft auch zusätzlich stark ausgedehnt ist. Diese Weibchen zeigen normalerweise keinen Caudalfleck im Brutpflegekleid.
Der Übergang zwischen A. nijsseni- und A. panduro-Weibchen scheint durch die große Variabilität beinahe fließend zu sein.

Bei A. baenschi zeigen die Weibchen ein unverkennbares Muster aus deutlichen Längsstreifen im Bereich der hinteren Querbänder (3-7).
Das Brutpflegekleid von A. sp. Oregon zeigt nur einen kleinen, runden Lateralfleck, sowie eine schwarze Zone am Kiemendeckel, unterhalb eines sehr schmalen Wangenbandes, der in eine zweite, größere schwarze Zone, die bis zum Ansatz der Bauchflossen reicht, übergeht. Hier ist auch der große Caudalfleck im Brutpflegekleid sichtbar, ebenso wie angedeutete Querbänder.
Auch weibliche A. sp. 'Zwilling' zeigen einen großen Caudalfleck und einen kleinen runden Lateralfleck, jedoch ein mehr oder minder schmaler ausgeprägtes Wangenband und keine schwarzen Bereiche im Brustbereich. und keine Querbänder.
Kopfporen: 3 Infraorbitalporen, 5 Dentalporen.
Ähnliche Arten: Apistogramma panduro; Apistogramma sp. 'Zwilling'; Apistogramma baenschi; Apistogramma sp. 'Oregon'; Apistogramma rositae
Brutpflegekategorie: Versteck-/Höhlenbrüter
Zucht: Weiches, saueres Wasser scheint von großem Vorteil zu sein, auch wenn die Zucht auch in mittelhartem Wasser noch möglich - aber problematischer - ist. Die Männchen beteiligen sich stark an der Brutpflege. Es treten bei dieser Art oft große Probleme mit der Geschlechterverteilung auf. Römer & Beisenherz (1995, 1996) führten anhand dieser Art umfangreiche Untersuchungen zum Einfluß bestimmter Faktoren (Temp., pH) auf die Geschlechterdetermination durch.
Sonstiges: Angesichts der starken Variabilität, insbesondere des scheibar ineinander übergehenden Aussehens der Weibchen ist noch nicht endgültig und zweifelsfrei geklärt, ob A. nijsseni und A. panduro tatsächlich zwei eigenständige Arten ohne Übergangsformen darstellen. Es ist zwar sehr wahrscheinlich, dass es so ist, jedoch sind streng genommen weitere Felduntersuchungen nötig, um dazu klare Erkenntnisse zu bekommen.
Dr. U. Römer, P- Pretor [2003] - Apistogramma sp. 'Inka' und 'Zwilling' - Wieder zwei neue Zwergbuntbarsche aus Peru; Das Aquarium(408): 22 - 27

Dr. Wolfgang Staeck [2003]: Cichliden Lexikon, Teil 3 - Südamerikanische Zwergbuntbarsche; 1. Auflage; Dähne Verlag; ISBN: 3-935175-13-2

Ingo Koslowski [2002]: Die Buntbarsche Amerikas - Band 2: Apistogramma & Co.; 1. Auflage; Ulmer Verlag; ISBN: 3-8001-3820-4
Andreas Hammer